
Bitcoin (BTC) erholt sich am 15. Mai wieder auf rund 81.500 US-Dollar. Der Anstieg wird von zwei Faktoren gleichzeitig gestützt: Das Gipfeltreffen der Führungskräfte aus den USA und China lindert die unmittelbare Nervosität des Marktes angesichts eines Krieges mit dem Iran; und der Fortschritt der Beratungen im Senatsausschuss für Banken zum „CLARITY-Gesetz“ liefert einen kurzfristigen Katalysator. Die US-PPI-Daten bleiben stark, die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen fällt auf etwa 4,46%, während die Zinssenkungserwartungen an die Federal Reserve unter Druck geraten.
Die Nachricht vom Gipfeltreffen der Führungskräfte aus den USA und China verlagert vorübergehend den Fokus des Marktes weg vom Krieg mit dem Iran. Aufgrund der Auswirkungen des iranischen Konflikts sind die zentralen Transportwege für Öl im Nahen Osten bereits seit mehr als zwei Monaten nahezu geschlossen; Brent-Rohöl steigt auf über 106 US-Dollar je Barrel, während WTI-Futures um 0,1% auf 96,90 US-Dollar je Barrel zulegen.
Der Leiter für Multi-Asset-Strategien und Research bei der Deutschen Bank? (Hinweis: Originaltext nennt „Berenberg“?)* Ulrich Urbahn bestätigt in einer Erklärung: „Die Wirkung dieses Gipfels auf die Marktstimmung wird größer sein als sein Einfluss auf eine grundlegende Neuausrichtung großer Politikbereiche. Was der Markt sehen will, ist ein abgemilderter Ton, weniger Drohungen mit Zöllen und keine neuen Beschränkungen in den Bereichen Handel, Technologie oder Geopolitik.“
Zugleich warnt ein Analyst der ING, dass die Erwartungen des Marktes an ein positives Ergebnis der US-China-Gespräche in der Iran-Frage „möglicherweise zu hoch“ sind. Die im Rahmen der Sanktionen erlaubte Ausnahme für den Kauf von russischem Rohöl läuft bis zum 16. Mai aus; ING-Analysten sagen, dass sich die Versorgungsbedingungen nach Ablauf der Ausnahme weiter verschärfen dürften.
Der Senatsausschuss für Banken hat die Beratung zum „CLARITY-Gesetz“ abgeschlossen. Dabei handelt es sich um eine der derzeit am stärksten beachteten Krypto-Politikinitiativen in Washington. Für Bitcoin gilt: Die vom CFTC für Bitcoin als digitales Rohstoffgut klarere regulatorische Struktur kann dazu beitragen, die Entwicklung eines regulierten Derivatemarkts und die Beteiligung institutioneller Akteure voranzutreiben.
Nach der Verabschiedung im Ausschuss muss das „CLARITY-Gesetz“ noch folgende Schritte abschließen, bevor es Gesetz wird: Abstimmung im gesamten Senat → Abgleich mit der Version aus dem Repräsentantenhaus → Vorlage zur Unterschrift durch den Präsidenten. Für die oben genannten Schritte gibt es derzeit keine bestätigte Zeitschiene.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen erreichte am Mittwoch 4,500% (Höchststand seit Juni des Vorjahres) und fiel am 15. Mai wieder auf etwa 4,46%. Deutsche-Bank-Analysten weisen in einem Bericht darauf hin, dass eine weitere Analyse der PPI-Daten vom Mittwoch zeigt, dass der Einfluss auf die von der Federal Reserve bevorzugte Inflationskennzahl (Personal Consumption Expenditures Price Index, PCE) begrenzt ist. Zu den Daten, die am Donnerstag anstehen, gehören: US-Retail-Sales-Daten und die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.
Zwei bestätigte Faktoren: Erstens eine Verbesserung der Marktstimmung durch das US-China-Treffen der Führungskräfte, die die negativen Erwartungen im Zusammenhang mit dem Krieg mit dem Iran vorübergehend abfedert; zweitens der Fortschritt bei der Ausschussberatung zum CLARITY-Gesetz im Senatsausschuss für Banken, der kurzfristige positive Signale aus regulatorischer Sicht liefert. Deutsche-Bank-Analysten bewerten außerdem, dass die Auswirkungen der PPI-Daten auf den PCE-Inflationsindikator begrenzt sind, was einen Teil der Marktangst vor Inflation abmildert.
Wenn das CLARITY-Gesetz letztlich Gesetz wird, könnte es CFTC mehr Klarheit für die Regulierung von Bitcoin als digitales Rohstoffgut geben und so die Entwicklung eines regulierten Derivatemarkts sowie die Beteiligung von Institutionen vorantreiben. Die Abstimmung im Ausschuss ist ein Abschnitt des Gesetzgebungsprozesses; es müssen noch die Abstimmung im gesamten Senat, der Abgleich mit dem Repräsentantenhaus und die Unterschrift des Präsidenten erfolgen. Für alle diese Schritte gibt es derzeit keine bestätigte Zeitschiene.
ING-Analysten sagen, dass nach dem Auslaufen der Sanktionen-Ausnahme für den Kauf von russischem Rohöl bis zum 16. Mai die Bedingungen auf der Angebotsseite weiter enger werden dürften. Derzeit liegt Brent-Rohöl bereits über 106 US-Dollar je Barrel; WTI-Futures notieren bei 96,90 US-Dollar je Barrel. Marktbeobachter verfolgen derzeit besonders genau die Angebotsdynamik nach Ablauf der Ausnahme.