Der Oberste Gerichtshof der kanadischen Provinz British Columbia hat die Einziehung von Bargeld und Gold im Gesamtwert von rund 1 Million US-Dollar genehmigt, die mit Michael Patryn, dem Mitbegründer von QuadrigaCX, in Verbindung stehen, und diese Vermögenswerte an die Provinzregierung übertragen. Diese Maßnahme gilt als bislang größte und bedeutendste Durchsetzung des sogenannten „Unexplained Wealth Order“ (UWO)-Rahmens der Provinz und unterstreicht das konsequente Vorgehen gegen Geldwäsche und Vermögenswerte unbekannter Herkunft.
Wie die Vancouver Sun berichtet, hat Patryn keinen Einspruch gegen die Einziehungsanordnung erhoben, sodass das Gericht die Liquidation der zuvor beschlagnahmten Vermögenswerte reibungslos genehmigen konnte. Zu diesen Vermögenswerten zählen 45 Goldbarren, Luxusuhren, Schmuck und mehr als 250.000 US-Dollar in bar. Laut Gerichtsunterlagen tritt das zivilrechtliche Einziehungsurteil im September 2025 offiziell in Kraft und verleiht der Provinz British Columbia das vollständige Eigentum an den im März 2024 beschlagnahmten Gegenständen.
Der „Unexplained Wealth Order“ ist ein neues, wichtiges Instrument im Kampf gegen Geldwäsche in British Columbia und erlaubt es der Regierung, Einzelpersonen zur Erklärung von Vermögenswerten aufzufordern, die offensichtlich ihre rechtmäßigen Einkünfte übersteigen. Das Gericht stellte fest, dass Patryn maßgeblich an den entscheidenden Operationen von QuadrigaCX beteiligt war, einschließlich der Veruntreuung von Kundengeldern und Missmanagement, und sah daher ausreichende Gründe für die Einziehung seiner Vermögenswerte. In der nächsten Phase könnte die Regierung Patryn auffordern, die Herkunft seines Vermögens zu erklären, um die Ermittlungen weiter voranzutreiben.
Patryn hatte zuvor versucht, die Beschlagnahme mit der Begründung anzufechten, sie verletze seine verfassungsmäßigen Rechte und verstoße gegen die Charta der Rechte und Freiheiten, erschien jedoch im formellen Einziehungsverfahren nicht vor Gericht.
QuadrigaCX brach 2019 zusammen, nachdem CEO Gerald Cotten plötzlich verstarb und große Kundengelder als verschollen galten – einer der größten Skandale in der Geschichte der kanadischen Kryptoindustrie. Nachfolgende Untersuchungen ergaben, dass Patryn während des Betriebs der Börse maßgeblich an wichtigen Entscheidungen beteiligt war und in die Veruntreuung von Geldern verwickelt war.
Die Vermögenseinziehung ebnet nun den Weg für die nächste Phase: Die Regierung von British Columbia wird ein unabhängiges Verfahren einleiten, um zu klären, ob die zurückgewonnenen Vermögenswerte an die Gläubiger von QuadrigaCX zurückgeführt werden können. Das Insolvenzverfahren der Börse wurde 2023 abgeschlossen; die Anspruchsteller erhielten letztlich nur 13 Cent pro Dollar zurück – was die Rückgewinnung der Gelder für die Geschädigten besonders bedeutsam macht.
Dieses Urteil stellt nicht nur einen Meilenstein im Fall QuadrigaCX dar, sondern unterstreicht auch die zunehmende regulatorische Durchsetzung Kanadas im Kampf gegen Finanzkriminalität im Zusammenhang mit Krypto-Assets. (CoinDesk)