Angebot und Nachfrage: Anwendungsbeispiele auf dem Investitionsmarkt

Angebot und Nachfrage sind das Herzstück der Preisbildung für Vermögenswerte im Allgemeinen, sei es Aktien, Konsumgüter oder andere Wertpapiere. Investoren, die dieses Konzept verstehen, können den Markt genauer lesen und Preisbewegungen besser vorhersagen. Es gibt viele praktische Anwendungen von Angebot und Nachfrage auf dem Markt, von fundamentaler Analyse bis hin zum technischen Handel.

Grundlagen von Angebot und Nachfrage: Wie entstehen Preise?

Wenn wir von Angebot und Nachfrage sprechen, meinen wir die Kauf- und Verkaufsbereitschaft auf dem Markt. Diese beiden Kräfte treffen aufeinander und finden ein Gleichgewicht, den Punkt, an dem die Preise für kurze Zeit stabil bleiben, weil ein Gleichgewicht besteht.

In wirtschaftlichen Modellen verläuft die Nachfragekurve immer abwärts – wenn der Preis steigt, verringert sich die nachgefragte Menge. Die Angebotskurve verläuft immer aufwärts – bei höheren Preisen sind Verkäufer eher bereit, mehr zu verkaufen. Der Schnittpunkt beider Kurven ist das Gleichgewicht, bei dem Preis und Menge vom Markt akzeptiert werden, bis neue Faktoren eine Veränderung bewirken.

Treiber von Angebot und Nachfrage: Warum verändern sich die Märkte?

Angebot und Nachfrage sind nicht statisch oder einfach. Viele Faktoren beeinflussen sie, zum Beispiel:

Nachfrage: Die Kaufentscheidung der Investoren wird durch Zinssätze beeinflusst – bei niedrigen Zinsen ist Geld günstig, und Anleger suchen Rendite im Aktienmarkt. Auch das Vertrauen der Verbraucher, Nachrichten und Gewinnprognosen spielen eine Rolle. All diese Faktoren ziehen entweder Kaufinteresse an oder drücken es.

Angebot: Börsennotierte Unternehmen können sich entscheiden, Kapital zu erhöhen oder Aktien zurückzukaufen, was direkt die Anzahl der Aktien auf dem Markt beeinflusst. Zum Beispiel schafft ein Aktienrückkauf Kaufdruck, während eine Kapitalerhöhung oder ein IPO das Angebot erhöht und mehr Wertpapiere für Investoren verfügbar macht.

Praxisbeispiele für Angebot und Nachfrage: Von Theorie zu Anwendung

Ein klares Beispiel für die Anwendung von Angebot und Nachfrage ist die Analyse des Preisverhaltens anhand von Kerzencharts. Eine grüne Kerze (Schlusskurs über Eröffnungskurs) zeigt, dass die Käufer in diesem Zeitraum die Oberhand hatten. Wenn mehrere große grüne Kerzen hintereinander erscheinen, deutet das auf starke Nachfrage hin, und der Preis könnte weiter steigen. Umgekehrt zeigt eine rote Kerze (Schlusskurs unter Eröffnungskurs) eine starke Verkaufsaktivität, was auf einen möglichen Abwärtstrend hindeutet.

Ein weiteres Beispiel ist die Bestimmung von Unterstützungs- und Widerstandslinien. Unterstützungen sind Preisniveaus, bei denen Investoren Kaufinteresse zeigen und den Kurs stützen. Wenn der Kurs auf dieses Niveau zusteuert, kommen Käufer in den Markt, was den Abwärtstrend stoppen kann. Widerstände sind Preisniveaus, bei denen Verkäufer aktiv werden, weil sie den Kurs für zu hoch halten. Wenn der Kurs dieses Niveau erreicht, setzen Verkaufsorders ein, was den Kurs nach unten drehen lässt.

Demand Supply Zone: Praktische Trading-Beispiele

Die Demand Supply Zone ist eine Technik, bei der Angebot und Nachfrage gezielt genutzt werden. Trader suchen nach starken Bewegungen nach oben oder unten – Anzeichen für Marktungleichgewicht – und warten auf eine Pause, um dann in die entstehende Trendrichtung einzusteigen. Es gibt zwei Hauptmuster:

Drop Base Rally (DBR): Ein starker Abwärtsschub (z.B. durch schlechte Nachrichten oder Gewinnwarnungen), gefolgt von einer Seitwärtsphase, in der die Verkaufsaktivität nachlässt. Wenn die Käufer wieder aktiv werden, durchbricht der Kurs den vorherigen Widerstand nach oben und setzt den Aufwärtstrend fort. Trader gehen bei diesem Breakout long.

Rally Base Drop (RBD): Ein starker Aufwärtsschub, gefolgt von einer Seitwärtsphase, in der die Kaufkraft nachlässt. Wenn die Verkäufer wieder aktiv werden, durchbricht der Kurs den vorherigen Support nach unten und setzt den Abwärtstrend fort.

Neben Trendwenden gibt es auch Trendfortsetzungs-Setups wie RBR (Rally Base Rally), bei denen der Kurs nach einer Aufwärtsbewegung pausiert und dann weiter steigt, oder DBD (Drop Base Drop), bei der der Kurs nach einer Abwärtsbewegung erneut fällt.

Zusammenfassung: Bessere Investitionsentscheidungen durch Angebot und Nachfrage

Das Verständnis von Angebot und Nachfrage bedeutet nicht, dass Investoren immer gewinnen, sondern schafft eine solide Grundlage. Täglich werden diese Konzepte in der Marktbeobachtung angewandt – von Kerzencharts über Gewinnprognosen bis hin zu Demand Supply Zones. Entscheidend ist, zu erkennen, wer gerade kaufen oder verkaufen möchte, was vor allem durch Studium, Übung und das Beobachten realer Marktdaten vertieft wird, um fundierte Erfahrungen zu sammeln.

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