Die Führungsebene der Europäischen Zentralbank kündigt klar an, dass die Währungen der Geschäftsbanken vollständig digitalisiert werden sollen, um ein zweistufiges System in Zusammenarbeit mit der Zentralbankwährung zu schaffen. Stablecoins spielen dabei nur eine unterstützende Rolle. Das Ziel ist die Einführung des digitalen Euro im Jahr 2029.
Die obersten Vertreter der europäischen Geldpolitik signalisieren erneut eindeutig die Zukunft der „digitalen Währungen“. Fabio Panetta, Präsident der italienischen Zentralbank und gleichzeitig eine der Schlüsselfiguren bei der Festlegung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, erklärte kürzlich bei einer Sitzung des Exekutivkomitees der Italienischen Bankenvereinigung, dass die Währungen der Geschäftsbanken in naher Zukunft vollständig digitalisiert werden und zusammen mit der Zentralbankwährung eine stabile Säule des Währungssystems bilden werden.
Laut Reuters sagte Panetta, dass „mit dem schrittweisen Rückgang der Bargeldnutzung sowohl die von der Zentralbank ausgegebene Währung als auch die Einlagenwährungen der Geschäftsbanken in digitaler Form existieren müssen, um die Konsistenz des Finanzsystems in Bezug auf Zuverlässigkeit, Sicherheit und Austauschbarkeit zu gewährleisten.“ Er betonte, dass dieses „Zweistufige Währungssystem“ weiterhin das Kernkonzept der europäischen Finanzordnung sein wird und nicht von von privaten Sektoren ausgegebenen Kryptowährungen dominiert wird.
Bezüglich der Entwicklung von Stablecoins, die im Markt viel Beachtung finden, ist Panetta eher vorsichtig. Er erklärte offen, dass Stablecoins zwar weiter wachsen werden, aber kaum das Herzstück des Finanzsystems bilden können. Der Grund dafür liegt darin, dass der Wert von Stablecoins letztlich stark an die jeweilige Ankerwährung gebunden ist. Mit anderen Worten: Stablecoins besitzen keine eigenständige Fähigkeit, das gesamte Wirtschaftssystem zu stützen, sondern dienen nur als Ergänzung zu bestehenden Währungssystemen.
Diese Aussage spiegelt auch die vorsichtige Haltung der italienischen Zentralbank wider. Im September 2025 warnte die stellvertretende Präsidentin der Italienischen Zentralbank, Chiara Scotti, dass „Multi-Emittenten-Stablecoins, die in mehreren Jurisdiktionen gleichzeitig ausgegeben werden, aber unter einer gemeinsamen Marke stehen, auf rechtlicher, operativer und finanzieller Stabilitätsebene systemische Risiken für die EU darstellen könnten.“
„Sie ist der Ansicht, dass ohne eine Regulierung auf EU-Standardniveau sowie strenge Anforderungen an Rücklagen und Rückzahlungsfähigkeit grenzüberschreitende Stablecoins die bestehende Aufsicht schwächen könnten. Dennoch erkennt sie an, dass Stablecoins in der Praxis bei der Senkung von Transaktionskosten und der Verbesserung der Zahlungsabwicklung einen gewissen Wert haben.“
Panetta weist außerdem darauf hin, dass sich im Zuge zunehmender geopolitischer Spannungen und technologischer Konkurrenz das Zahlungssystem vom reinen Finanzdienstleistungsbereich zu einem strategischen Schlüssel der Bankenbranche entwickelt hat.
„Er beobachtet, dass traditionelle Wirtschaftsvariablen wie Investitionen, Handel und Zinssätze zunehmend von politischen Entscheidungen beeinflusst werden, anstatt ausschließlich von Marktkräften gesteuert zu werden. Dies macht die digitale Finanzinfrastruktur zu einer entscheidenden Verteidigungslinie im globalen Wirtschaftskampf Europas.“
Um die Souveränität der Währung und die zentrale Rolle der Zentralbankwährung zu sichern, treibt die Europäische Zentralbank das Projekt des digitalen Euro voran, das bis 2029 offiziell eingeführt werden soll. Ziel ist es, den digitalen Euro mit öffentlichen Eigenschaften wie Bargeld zu versehen, darunter kostenlose Nutzung, breite Zugänglichkeit und hoher Datenschutz. Panetta gab auch zu, dass einige Banken Bedenken hinsichtlich des digitalen Euro haben, da sie befürchten, ihre bestehenden Zahlungsdienste zu beeinträchtigen. Er entgegnete jedoch, dass es wichtiger sei, die aktuellen Transaktionsströme zu betrachten, die größtenteils von Nicht-Europäischen Zahlungsriesen kontrolliert werden, anstatt sich auf die vermeintlich geringe Marktanteile zu konzentrieren, die möglicherweise verloren gehen könnten.
Insgesamt zeichnet die neueste Stellungnahme der europäischen Zentralbank ein klares Bild: Die Digitalisierung der Währung wird von der Zentralbank und den Geschäftsbanken dominiert, während Stablecoins und andere digitale Vermögenswerte aus dem privaten Sektor nur eine unterstützende Rolle innerhalb des bestehenden Systems spielen und nicht die traditionellen Währungen ersetzen werden.
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